Transformation, Change, Wandel.
Chancen für den Mittelstand.
Nachhaltig global.

Kleine und mittelständige Unternehmen aus Deutschland in der Welt

Deutsche Unternehmen sind auf unterschiedlichsten Wegen mit der Welt verbunden. Nicht nur große Konzerne, bei denen die weltumspannenden Verflechtungen offensichtlich(er) sind, sondern auch kleine und mittelständige Unternehmen. Deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer nehmen mit ihrem geschäftlichen Tun daher nicht nur Einfluss auf das Leben, Arbeiten und Zusammenleben in Deutschland, sondern (indirekt) auch auf die Entwicklungen in anderen Teilen unseres Planeten. Um eine nachhaltige globale Entwicklung zu unterstützen, lohnt es sich daher auch das wirtschaftliche Handeln hier vor Ort in Deutschland auf seine Nachhaltigkeit und seine Auswirkungen auf andere Weltregionen hin zu überprüfen. Vor diesem Hintergrund erhalten Sie auf der vorliegenden Seite Informationen zu folgenden Themen:

Deutsche Unternehmen sind durch Warenströme mit der Welt verbunden (Import)

Deutsche Unternehmen benötigen für die Produktion ihrer Waren eine Vielzahl an Ressourcen und Vorprodukten. Diese werden oftmals in weit entfernten Ländern abgebaut bzw. hergestellt. Oftmals in Ländern, in denen die Umwelt- und Sozialstandards weniger stark ausgeprägt sind als bei uns in Deutschland. Das spart Kosten. Ist aber nicht nachhaltig.

Denn niedrigere Umweltstandards bedeuten …

… oftmals höhere CO2-Emissionen, mehr Wasserverbrauch und -verschmutzung, mehr Pestizid- und andere Stoffeinträge in die Umwelt, mehr Rodung bei weniger Aufforstung, mehr Überfischung, weniger Ausgleichspflanzungen und Renaturierungen – um nur einige Beispiele zu nennen. Niedrigere Umweltstandards können somit eine Verschärfung der Klima- und Biodiversitätskrise, der Vermüllung und Versauerung der Meere, der Bodendegradation und Bodenversiegelung sowie weiterer Umweltprobleme bewirken.

Die ganze Welt ist über ihre Stoffkreisläufe miteinander verbunden.

Niedrigere Sozialstandards bedeuten …

… einen geringeren Schutz von Menschen- und Arbeitnehmer:innenrechten. Das umfasst oftmals nicht nur lange Arbeitszeiten bei geringem Lohn, unbezahlte Überstunden und fehlenden Kranken- und Mutterschutz, sondern auch fehlenden Arbeitsschutz, fehlende Gewerkschafts- und Streikrechte und vieles mehr. Auch Zwangs- und Kinderarbeit sind noch immer in vielen Ländern, Branchen und folglich Lieferketten zu finden; entsprechend dem aktuellen Bericht zu „Moderner Sklaverei“ waren im Jahr 2022 ca. 28 Mio. Menschen Opfer von Zwangsarbeit. Niedrigere Sozialstandards können somit Ausbeutung, Armut und Hunger bewirken, was wiederum die Wahrscheinlichkeit für soziale Unruhen, bewaffnete Konflikte sowie Flucht und Migration erhöht.

Als global verantwortungsbewusste:r Unternehmer:in sollten Sie beim Einkauf Ihrer Ressourcen und Vorprodukte daher darauf achten, unter welchen ökologischen und sozialen Bedingungen diese abgebaut bzw. hergestellt wurden.

Rechtliche Grundlagen im Bereich der „Nachhaltigen Beschaffung“ finden Sie unter:
Weiterführende Informationen und Unterstützung im Bereich der „Nachhaltigen Beschaffung“ erhalten Sie u.a. unter:

Good Practices aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Bereich der „Nachhaltigen Beschaffung“ finden Sie hier.


Deutsche Unternehmen sind durch Warenströme mit der Welt verbunden (Export)

Die durch deutsche Unternehmen produzierten Waren werden wiederum in die verschiedensten Länder unserer Erde exportiert – so umfangreich, dass Deutschland sich viele Jahre als „Exportweltmeister“ rühmte. Neben Industrie- und Konsumgütern exportiert Deutschland aber auch viele Hunderttausende Tonnen Müll pro Jahr, die in den Zielländern oftmals nicht adäquat entsorgt werden (können).

Ein nachhaltig(er)es Produktdesign („Ökodesign“) hilft, die Müllmengen zu reduzieren, indem der gesamte Lebenszyklus der Produkte betrachtet und Ressourcen wie auch Energie dabei verantwortungsvoll(er) verwendet werden. In diesem Zusammenhang kann es sinnvoll sein, das eigene Geschäftsmodell im Ganzen noch einmal kritisch zu hinterfragen – eventuell ist es gewinnbringender, zukünftig vorrangig Dienstleistungen um ein bestimmtes Produkt anzubieten als dieses selbst zu produzieren.

Rechtliche Grundlagen im Bereich des „Nachhaltigen Produktdesigns“ finden Sie unter:
  • Verordnung (EU) 2024/1781 zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Ökodesign-Anforderungen für nachhaltige Produkte (Ecodesign for Sustainable Products Regulation, ESPR), Verordnung des Europäischen Parlamentes und Rates vom 13.06.2024 … Nähere Informationen zur ESPR finden Sie auch hier.
  • Richtlinie (EU) 2024/1799 über gemeinsame Vorschriften zur Förderung der Reparatur von Waren, Richtlinie des Europäischen Parlamentes und Rates vom 13.06.2024
Weiterführende Informationen und Unterstützung im Bereich des „Nachhaltigen Produktdesigns“ erhalten Sie u.a. unter:
  • Umweltbundesamt – Praxishandbuch für Ecodesign inklusive Toolbox zum Gratis-Download.
  • IHK München – Übersicht über Pflichten für Hersteller:innen, Importeur:innen und Händler:innen sowie Hinweise für einzelne Produktgruppen.
  • BUND – Hintergrundinformationen, News, Publikationen und Vernetzungsmöglichkeiten zum Thema „Ressourcenwende“.

Good Practices aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Bereich des „Nachhaltigen Produktdesigns“ finden Sie hier.


Deutsche Unternehmen sind durch Kapitalströme mit der Welt verbunden

Deutsche Unternehmen nehmen durch Investitionen, Lieferkettenfinanzierungen, Projektkredite u.ä. mehr oder minder direkt Einfluss auf Märkte, Arbeitskräfte und Ökosysteme auf der ganzen Welt. Denn je nachdem, in welche Prozesse, Technologien und Geschäftsmodelle Unternehmen ihr Kapital lenken, können dadurch entweder umwelt-, klima- und arbeitnehmer:innenschädliche Aktivitäten oder aber nachhaltige Lösungen begünstigt werden. Aus diesem Grund sollten die sogenannten ESG-Kriterien bei allen finanziellen Entscheidungen berücksichtigt werden.

Die Beachtung der ESG-Kriterien fördert aber nicht nur die öko-soziale Nachhaltigkeit von Unternehmen, sondern unterstützt auch deren Risikomanagement, etwa indem es das Entstehen von Reputationsverlusten oder sogenannten „Stranded Assets“ verhindert. Darüber hinaus ermöglichen sie es Anleger:innen und anderweitigen Finanzierungsquellen wie Banken und Fonds, Investitionsentscheidungen zu treffen, die ihren jeweiligen Nachhaltigkeitspräferenzen entsprechen, indem sie die hierfür benötigten Informationen bereitstellen. KMUs, die Nachhaltigkeit frühzeitig in ihre Geschäfts- und Finanzstrategie integrieren, können sich so positiv von ihren Mitbewerber:innen abheben und neue Finanzierungsquellen akquirieren. Denn der angestrebte Wandel hin zu einer leistungsstarken und zugleich öko-sozial verantwortungsbewussten Wirtschaft erfordert massive Investitionen in ganze Industrien und Sektoren aus öffentlichem und – vor allem auch – privatem Kapital.

Rechtliche Grundlagen im Bereich der „Nachhaltigen Geldanlage“ finden Sie unter:
  • Verordnung (EU) 2020/852 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen, Mitteilung des Europäischen Parlaments und Rates vom 18.06.2020 (aka EU-Taxonomie-Verordnung)
  • Aktionsplan: Finanzierung nachhaltigen Wachstums, Mitteilung der Europäischen Kommission vom 08.03.2018
  • Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (Corporate Sustainable Reporting Directive, CSDR), Verordnung des Europäischen Parlamentes und Rates vom 27.11.2019
  • Verordnung (EU) 2020/852 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088, Verordnung des Europäischen Parlamentes und Rates vom 18.06.2020
Weiterführende Informationen und Unterstützung im Bereich des „Nachhaltigen Geldanlage“ erhalten Sie u.a. unter:

Deutsche Unternehmen sind durch Wissens- und Kommunikationsströme mit der Welt verbunden

Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, selbst umweltfreundliche Technologien zu nutzen, sondern auch diesbezügliches Wissen zu mehren und weiterzugeben. Gerade KMUs können durch den Austausch von Technologien, effizienten Arbeitsabläufen und nachhaltigen Geschäftspraktiken mit Unternehmen in Entwicklungsländern einen echten Unterschied machen – und selbst davon profitieren. Denn der grenzüberschreitende Austausch trägt nicht nur dazu bei, globale Herausforderungen wie Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zu bewältigen, sondern ermöglicht durch den Wechsel der Perspektive gegebenfalls auch Innovationen im eigenen Unternehmen. Unternehmen, die ihr Know-how gezielt teilen, stärken zudem ihre Reputation als verantwortungsbewusste Akteure und machen sich für Kunden, Investoren und Mitarbeitende attraktiver. Doch nicht nur das Image profitiert: Nachhaltigere und widerstandsfähigere Lieferketten sowie stabile Partnerschaften können wirtschaftliche Risiken verringern. Der Aufbau langfristiger Kooperationen kann somit für mehr Planungssicherheit sorgen und hilft KMUs so, auf internationalen Märkten flexibler zu agieren.

Der Schritt zu mehr transnationalem Wissensmanagement ist also nicht nur ein Beitrag zur globalen Nachhaltigkeit, sondern auch eine strategische Entscheidung. Wer jetzt in den Austausch investiert, gestaltet aktiv eine zukunftsfähige Wirtschaft – für sich selbst und für kommende Generationen.

Weiterführende Informationen und Unterstützung im Bereich des „Knowledge Sharing“ erhalten Sie u.a. unter:

Good Practices aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Bereich des „Knowledge Sharing“ finden Sie hier.


Deutsche Unternehmen berichten von ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten

Nachhaltigkeitsberichterstattung wird von vielen KMUs als bürokratische Hürde wahrgenommen, bietet aber auch erhebliche Vorteile: So lassen sich durch die Analyse des Ressourcen- und Energieverbrauchs bspw. Kosten senken und Prozesse effizienter gestalten. Zudem hilft die frühzeitige Auseinandersetzung mit den sogenannten ESG-Kriterien, gesetzliche Anforderungen rechtzeitig zu erfüllen und entsprechende Risiken zu minimieren. Da immer mehr Großunternehmen Nachhaltigkeitsnachweise von ihren Zulieferern anfordern (müssen), kann sie außerdem dazu beitragen, neue Kooperationspartner und -netzwerke zu erschließen und so den Marktzugang zu erleichtern. Auch bei der Mitarbeitergewinnung spielt Nachhaltigkeit eine wachsende Rolle, da sich viele Fachkräfte für verantwortungsbewusste Unternehmen entscheiden. Nicht zuletzt stärkt ein glaubwürdiges Engagement das Markenimage und fördert so das Vertrauen von Investor:innen, Partner:innen und Kund:innen. Nachhaltigkeitsberichterstattung ist für KMUs also nicht nur eine ärgerliche Pflicht, sondern eine echte Chance zur Steigerung des langfristigen Erfolgs.

Rechtliche Grundlagen im Bereich der „Nachhaltigkeitsberichterstattung“ finden Sie unter:
  • Richtlinie (EU) 2024/2464 hinsichtlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD), Richtlinie des Europäischen Parlamentes und Rates vom 14.12.2022 … Nähere Informationen zu Inhalten und Umsetzung der CSRD finden Sie auch hier.
  • Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR), Verordnung des Europäischen Parlaments und Rates vom 27.11.2019
Weiterführende Informationen und Unterstützung im Bereich der „Nachhaltigkeitsberichterstattung“ erhalten Sie u.a. unter:

Good Practices aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Bereich der „Nachhaltigkeitsberichterstattung“ finden Sie hier.


Weiterführende Informationen

Im Folgenden finden Sie zusätzliche Lektüre, die Ihnen bei der Transformation Ihres Unternehmens hinzu mehr Nachhaltigkeit behilflich sein könnte: