So funktioniert … Nachhaltige Textilbeschaffung

Nachhaltige Beschaffung von Arbeitskleidung

Ausgangspunkt eines jeden Beschaffungsvorganges ist die Bedarfsanalyse. Dabei sind die Notwendigkeit sowie der Umfang der geplanten Beschaffung zu überprüfen:

  • Wie viel Stück werden in welchen Größen und Ausführungen wovon benötigt?

Auch Alternativen zum Kauf neuer Produkte sollten hier geprüft werden:

  • Lässt sich bereits Vorhandenes wieder aufarbeiten?
  • Gibt es Dienstleister, die Kleidung verleihen (und als Teil der Dienstleistung regelmäßig austauschen und reparieren)?

Die Beschaffungsbedarfe genau zu überprüfen, ist deshalb notwendig, weil die Textilindustrie – getrieben durch das Phänomen der Fast Fashion – immense Umweltschäden sowie Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen hervorruft.

Die Herstellung eines einzigen T-Shirt verbraucht bspw. …

… rund 2.700 Liter Süßwasser – genug, um eine Person zweieinhalb Jahre zu versorgen. Zudem verursacht die Modebranche Schätzungen zufolge ca. 10% der weltweiten CO2-Emissionen – mehr als die internationale Luft- und Seeschifffahrt zusammen.¹ Darüber hinaus arbeiten die Baumwollbauern und Textilarbeiter:innen in den Ländern des Globalen Südens oftmals unter miserablen Bedingungen, die gekennzeichnet sind durch das Fehlen von Ruhezeiten, Arbeitsschutz und -schulungen, Kranken- und Schwangerschaftsschutz, Versammlungs- und Streikrechten sowie derart niedrige Löhne, dass sie kaum zum Überleben reichen und dadurch das Arbeiten der gesamten Familie, also auch der Kinder, notwendig machen.²

Doch es gibt Wege, den ökologischen und sozialen Fußabdruck beim Textileinkauf möglichst gering zu halten.

Der beste Weg, um eine möglichst nachhaltige Produktion der zu beschaffenden Arbeitskleidung zu gewährleisten, ist die Kenntnis und entsprechende Verwendung zuverlässiger Siegel und Zertifikate.

  • Der Label-Checker der Christlichen Initiative Romero e.V. bietet einen guten Überblick sowie leicht vergleichbare, weiterführende Informationen zu den einzelnen Siegeln.
  • Der Gütezeichenfinder des Kompass Nachhaltigkeit bietet einen filterbaren Vergleich sowie weiterführende Informationen zu den Siegeln verschiedener Produktgruppen; zudem werden einige Händler samt Kontaktinformationen aufgeführt, die entsprechende Produkte vertreiben.

Zukünftig nachhaltig produzierte Arbeitskleidung zu beschaffen, muss nicht bedeuten, dass hierfür langjährig bestehende Geschäftsbeziehungen ersetzt werden müssen. Vielmehr lohnt es sich, sich beim bisherigen Zulieferer nach nachhaltig produzierten Alternativen zu erkundigen. Vielleicht hat er diese bereits im Sortiment – oder wird durch ihre Anfrage motiviert, solche in sein Sortiment aufzunehmen.

Öffentliche Beschaffung nachhaltiger Arbeitskleidung

Übrigens: Es gibt mittlerweile auch immer mehr öffentliche Stellen, die im Rahmen ihrer Beschaffungsvorgänge auf ökologische, soziale sowie innovative Kriterien achten. Falls Sie also selbst in der textilen Kette tätig sind, könnten Sie durch eine nachhaltige Textilbeschaffung in den Kommunen und Gemeinden wie auch Landes- und Bundesinstitutionen neue Auftraggeber finden.

Hier gibt es konkrete Unterstützung:


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